Einmal Baden im Wald

Aktualisiert: 14. Okt. 2021


So verstanden es unsere Kinder als wir von unseren Plänen für ein Wochenende im Wald erzählten:

Wir gehen Waldbaden! Mit grossen Augen kam sofort die Antwort, wieso Baden im Wald ? Ist doch viel zu kalt!


Genau, aber erstens war es nicht wirklich kalt und zweitens mussten wir uns auch nicht entkleiden. Die Rede ist von Shinrin Yoku, eine in Japan längst anerkannte und praktizierte Gesundheitsvorsorge und Stressprävention.

Es bedeutet wohl übersetzt so viel wie das Eintauchen oder halt das Baden im Wald. Und so sollte auch unser Wochenende beginnen. Mit einem Rucksack, vollgepackt was es so braucht für einen ganzen Tag im Wald, ging es los. Ein achtsames Eintauchen in die Atmosphäre eines wunderbaren Waldes in Pfäffikon(ZH). Angeleitet wurde das Shirin Yoku Wochenende von Zoë Daniela Lorek vom Waldbaden Institut Schweiz. Zoë ist zertifizierte Kursleiterin für Waldbaden und ihre Leidenschaft für den Wald spürt man sofort. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde am Waldrand hiess es dann auch schon "Eintauchen". Die Augen schliessen, in die Füsse hineinspüren, den Untergrund wahrnehmen, ankommen im Hier und Jetzt, im Wald, bei uns selbst. Das Baden im Wald hatte begonnen! Entschleunigung pur!

Mit den ersten Schritten schon verlangsamt sich alles.

Wir praktizieren schweigend Achtsamkeit in allem was wir tun und wahrnehmen.

Ein paar sehr langsame und bedachte Schritte vorwärts, stehenbleiben, beobachten, riechen, berühren, lauschen. Dann die nächsten paar Schritte vorwärts. Und ganz wichtig, nichts wird dabei abgerissen oder gepflückt! Es braucht nicht mehr und es muss nicht schneller sein. Um uns herum wird der Wald immer belebter. Velofahrer, Familien mit Kinder, Jogger und alle "rasen" scheinbar an uns vorbei. Die Zeit spielt für uns keine Rolle. Wer uns sieht denkt vielleicht, dass wir zum ersten Mal einen Wald betreten und Natur erleben. Wie Kinder auf Entdeckungsreise im Abenteuerland. Wir selbst sind häufig mit unseren Hunden im Wald unterwegs und geniessen die Stille und die Natur. Aber dieses Wochenende zeigt uns nochmals eine ganz andere Qualität an Achtsamkeit und Entschleunigung. Es ist erstaunlich, was es alles auf einem Waldboden zu entdecken gibt, wenn man sich voll und ganz darauf fokussiert. Umringt von grossen Bäumen sitzen wir am Mittag auf einer Lichtung in der Sonne, schweigend und geniessen unser Essen, natürlich achtsam. Anschliessend eine kurze aber schöne geführte Meditation, wer möchte liegt auf dem Waldboden oder sitzt dabei entspannt an einem grossen Baumstamm. Hier wollen wir einfach nur noch bleiben und den Ort geniessen. Aber es gibt an diesem Wochenende noch mehr im Wald zu entdecken und Zoë hat noch ein paar schöne Aufgaben für uns. Wenn wir heute durch den Wald gehen, dann tatsächlich noch etwas langsamer und mit einer noch intensiveren Wahrnehmung und Achtsamkeit.

Danke an Zoë. Sie hat uns mit ihrer Fachkenntnis um die Natur und das Waldbaden, auf ruhige und achtsame Weise den Wald noch ein grosses Stück näher gebracht. Das Baden im Wald lohnt sich!


Liebe Grüsse Irene und Stephan

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